Gemeinde- und Kurverwaltung Juist
Strandstraße 5
26571 Juist
de witt dohrn janßen
Generalplaner
KG 200 - 700
netto 5,70 Mio. EUR
10 Monate
1998
3.768 m²
2.562 m²
18.586 m³
461 m²
Das Besondere an Juist - eine der beliebtesten Ostfriesischen Inseln - sind die Ruhe und Beschaulichkeit auf der autofreien Insel ohne nennenswerten Tagestourismus. Das 1971 errichtete Meerwasser-Hallenwellenbad hatte sich über fast 30 Jahre als unverzichtbare Infrastruktur-Einrichtung für den Fremdenverkehr und die Inselbevölkerung bewährt. Durch mangelnde Attraktivität wurden jedoch zuletzt immer weiter sinkende Jahres-Besuchszahlen verzeichnet.
Maßgabe war die Modernisierung, Attraktivierung und behutsame Erweiterung des Bades zu einem modernen Freizeit- und Erlebnisbad mit differenzierten Angeboten für alle Nutzer- und Altersgruppen. Damit sollte eine Verbesserung der örtlichen Infrastruktur zur Sicherung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedeutung des Fremdenverkehrs auf der Nordseeinsel erfolgen, unter Schonung der Naturlandschaft, Einfügung der Architektur in das Ortsbild und Erhöhung des Freizeitwertes auch für die Bevölkerung. Auf die monofunktionale, andere Nutzungen ausschließende und energiekostenintensive Welle sollte verzichtet werden
Das Bad wurde 1971 als Teil eines Gesamtkomplexes Hallenwellenbad/ Kurmittelhaus im nördlichen Dünengürtel der Insel in exponierter Lage errichtet. Das Objekt bildet, zusammen mit dem "Haus des Kurgastes" und dem dazwischen liegenden Wasserturm, ein städtebauliches Ensemble, das durch den Merkzeichencharakter des Turmes und die Höhenlage in den Dünen eine signifikante Wirkung ausstrahlt. Die Erschließung erfolgt, vom Ortskern wie von der Strandpromenade aus, durch die tiefer gelegene Eingangshalle mit Verteilerfunktion für die Bereiche Bad, Sauna und Kurmittel. Das neue Fluchttreppenhaus an der Südseite dient der internen Anbindung des Kurmittel- und Saunabereiches in den unteren Geschossen an das Hallenbad. Das externe Restaurant wird separat über eine Freitreppenanlage bzw. die Dünenterrassen erschlossen. Ver- und Entsorgung für das Café erfolgen über einen Hof an der Westseite neben der Eingangshalle. Über eine innenliegende Treppe werden die zugeordneten Personal-, Sanitär- und Lagerräume erschlossen.
Durch Anordnung der Erweiterungen über die Außenecken des alten Hallenbaukörpers erfolgte eine Auflockerung der bisher äußerst strengen Architektur. Der Gesamtbaukörper erfährt damit auch in seinem äußeren Habitus eine freizeitgerechte Auflockerung, die zusätzliche Nutzungsangebote des Inneren auch nach außen symbolhaft darstellt. Maritime Elemente prägen den gesamten Bau. In der Materialwahl wurde auf regionale sowie am Gebäude bereits vorhandene Baustoffe zurückgegriffen. Die Farben des Insel-Logos – blau und gelb – wurden als Akzentfarben im Innenausbau aufgenommen. Die äußerst reizvollen Ausblickmöglichkeiten aus dem Bad heraus, sowohl auf die Nordsee als auch auf den Ort, das Watt und die Küstenlinie, blieben erhalten.
Das ehemalige Wellenbecken wurde, unter Reduzierung der Wassertiefe auf Nichtschwimmer-Maße, mit den Angeboten Erlebnisbecken mit Strömungskanal, Therapiezone, Flachwasserzone, Wasserspiele, Grotte mit Wasserschleier, Rutsche sowie zwei Whirlpools ausgestattet. Des Weiteren wurden ein separater Kind-Eltern-Bereich, Liegebereiche, ein Ruheraum, eine Sonnenterrasse und die interne und externe Gastronomie mit Dünenterrassen geschaffen. Den Gästen der Insel Juist wie auch den Insulanern steht heute mit dem umgestalteten Meerwasser-Erlebnisbad ein vielfältiges Bade- und Freizeitangebot hoher Qualität zur Verfügung.
Die Tragkonstruktion der Halle konnte erhalten werden, die Fassaden wurden in Pfosten-Riegel-Konstruktion erneuert. Anbauten wurden überwiegend massiv ausgeführt. Das Erlebnisbecken ist aus Stahlbeton (WU) in das alte Wellenbecken eingestellt worden.

