Wirtschaftsbetriebe der
Stadt Norden GmbH
Dörperweg 22
26506 Norden-Norddeich
de witt janßen partner
Projektsteuerung
Planung und Bauleitung
Edenne von der Brelie
Planung anteilig
KG 200 - 700
netto 14 Mio. Euro
21 Monate / 2004
46.254 m²
16.300 m²
35.500 m³
803 m²
Das Nordseebad Norden-Norddeich gehört zu den am stärksten frequentierten Seebädern an der ostfriesischen Nordseeküste. Sinkende Besucherzahlen, steigender Zuschussbedarf und zunehmender Wettbewerbsdruck kennzeichneten auch die Situation beim Betrieb des Meerwasser-Hallenwellenbades in Norden-Norddeich.
Das im Wellenpark gelegene und 1978 in Betrieb genommen Meerwasser-Hallenwellenbad war in vielen Bereichen stark sanierungsbedürftig. Folgende Planungsziele waren umzusetzen: Schaffung attraktiver Freizeit-, Sauna-, Wellness- und Badeangebote für alle Gäste- und Altersgruppen, Herstellung einer unverwechselbaren Architektur und Identität für das Bad und den Wellenpark, Öffnung und Integration des Gebäudekomplexes in Wellenpark und Umfeld und schonender Umgang mit der wertvollen Rohbausubstanz.
Der Wellenpark in Norden-Norddeich liegt nur wenige hundert Meter von der Nordsee entfernt. Der Wellenpark enthielt neben dem Hallenbadkomplex auch schon andere attraktive Einrichtungen wie die Seehundaufzuchtsstation, das Nationalpark-Zentrum Wattenmeer, ein Kinderspielhaus, eine Minigolf-Anlage, eine Rollschuhbahn und einen Spielplatz. Der vorhandene Großparkplatz sowie ausreichende Erweiterungsflächen für das Meerwasser-Hallenwellenbad waren darüber hinaus für die Konzeptentwicklung am alten Standort geradezu ideal.
Norddeich Jachthafen und die Fährschifffahrt zu den Ostfriesischen Inseln lassen stereotype Bilder einstiger Kreuzfahrten wach werden. Die neue Hauptfassade erinnert an Bilder einstiger Kreuzfahrtschiffe. Ein Leuchtturm bestimmt als weiteres stark symbolträchtiges Element die Gesamtgestaltung der Anlage. Im Bad ist er zugleich Treppenaufgang zum Rutschenstart. Durch einen als Rundbau gestalteten Gebäudeteil wird die Bedeutung der Saunaanlage als eigenständiges Element unterstrichen. Raum- und Deckengestaltungen unterstützen nachhaltig die maritime Atmosphäre. Die Holzleimbinder der alten Halle und die Holzhandläufe der Geländer sind im Mahagoni-Farbton edler Hochseejachten gehalten. Der Schwimmmeisterraum erinnert an den Schiffsstand eines großen Dampfers. Deckenfriese leuchten im kräftigen Türkis einer schimmernden Lagune.
Um das alte Wellenbecken herum wurde eine vielfältige Erlebnisbadelandschaft entwickelt. Ein neues Erlebnisbecken bietet heute eine Vielzahl bekannter aber auch speziell für das Ocean-Wave entwickelter Attraktionen wie z. B. den „Hexenkessel“. Ein Ganzjahres-Außenbecken mit weiteren Attraktionen ist über einen Ausschwimmkanal mit dem Erlebnisbecken verbunden. Eine 107 m lange Großwasserrutsche stellt ein weiteres Highlight dar. Ein Planschbecken mit Babywickelraum, Solarien, ein Dampfbad, ein großer Whirlpool, ein internes Restaurant sowie offene und geschlossene Aufenthalts- und Ruhebereiche runden das Angebot des Freizeitbades ab. Im Rundbau der Sauna wurden drei Innensaunen, ein Dampfbad, ein Entspannungsbecken und ein Kaltwasserbereich vorgesehen. Ein ebenfalls vorhandenes Warmsprudelbecken ist über einen Ausschwimmkanal mit einem Außenwarmbecken verbunden. Im Saunagarten werden 2 Blockbohlensaunen, Kalttauchbecken, Kaltwasseranwendungen angeboten. Über das Obergeschoss erreicht der Gast weitere Ruheräume, eine große Sonnenterrasse, ein Kosmetikstudio und auf kurzem Wege das Freizeitbad. Neben dem Haupteingang zum Ocean-Wave befindet sich eine weitere externe Gastronomie mit 6 Bowlingbahnen. Das Besondere an dieser Einrichtung ist die mit Unterstützung des Pächters integrierte eigene Brauerei.
Bis auf den ehemaligen Saunabereich und kleinere Korrekturen im Sanitärtrakt sowie Galeriebereich wurde die Rohbausubstanz vollständig übernommen. Die gesamte alte Anlage war bereits auf Pfählen tief gegründet worden. Für alle neuen Gebäudeteile musste dieses ebenso erfolgen. Anbauten und Erweiterungen wurden im Wesentlichen als Betonkonstruktionen ausgeführt.
Der durchschnittliche Eintrittserlös ließ sich mit der neuen Anlage von 3,60 € auf 8,05 € pro Badegast steigern. Das mit dem Bauprojekt realisierte touristische Destinationskonzept mit den für Norddeich erarbeiteten betrieblichen Organisations- und Marketingprogrammen hat wesentlich zu der hohen Akzeptanz beigetragen.

